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Last Updated on 19. April 2023 by
HTMS Mae Klong – das Kriegsschiff auf dem Trockenen
Die Sehenswürdigkeit, das Kriegsschiff HTMS Maeklong sowie das Phra Chulachom Fort etwas ausserhalb von Bangkok wird recht wenig von Touristen besucht. Es ist aber für nautisch Interessierte sehr interessant die alte Schiffstechnik zu sehen und das Schiff von oben bis auf die Unterkünfte der Mannschaft zu erkunden. Das Phra Chulachom Fort ist ein eindrucksvolles Gebäude und symbolisiert auffallend den Irrsinn von Kriegen. Wer in Bangkok ist, der sollte sich auf jeden Fall diese Sehenswürdigkeit anschauen.
Wo finde ich das Kriegsschiff Maeklong und das Fort Phra Chulachom
Beide Attraktionen liegen dicht beieinander. Genau genommen sind es sogar 3 Attraktionen. In Sichtweite und wunderbar zu Fuß zu erkunden liegt dann noch das HTMS Mae Klong Royal Navy Museum mit interessanten Ausstellungsstücken.
Wir haben uns einen ganzen Tag Zeit genommen und sind früh morgens mit dem Taxi dorthin gefahren. Die Sehenswürdigkeiten liegen in einem militärischem Gebiet. Bei uns musste nur der Taxifahrer seinen Ausweis hinterlegen. Touristen berichten aber auch davon, dass sie selbst auch den Reisepass an der Eingangskontrolle abgeben mussten. Wahrscheinlich sehen meine Begleitung und ich so harmlos aus! 😉
Öffnungszeiten: 8:00 – 16:30 Uhr
Der Eintritt ist kostenlos.
Anfahrtsmöglichkeiten:
Mit der BTS:
BTS von Ratchathewi nach Kheha und von dort aus mit dem Taxi direkt zum Fort Phra Chulachom
Gesamtkosten ungefähr 7,- €
Mit dem Bus:
Linie 511 Outbound in cirka 1,5 Std. nach Pai Na Fam Chon Khe, von dort aus weiter mit dem Taxi von Pai Na Fam Chon Khe nach HTMS Maeklong
Gesamtkosten ungefähr 10,- €
Mit dem Taxi:
Es sind ca. 30 Kilometer und je nach Abfahrtsort und Verkehrslage
Gesamtkosten ungefähr 6 -8 €
Das Kriegsschiff HTMS Mae Klong
Es ist auf jeden Fall angeraten sich schon früh hier einzufinden. In den Mittagsstunden brennt die Sonne erbarmungslos auf den stählernen Körper des Kriegsveteranen und auf die Besucher.
Das Schiff HTMS Maeklong wurde in Japan im Uraga Dock in Yokosuka gebaut. Die Kiellegung erfolgte am 24.Juli 1936. Benannt ist es nach einem Fluß, dem Mae Klong. Das Schiff hat ein Schwesterschiff namens HTMS Tacin. HTMS Mae Klong diente der thailändischen Marine im 2. Weltkrieg als Corvette und später als Ausbildungsschiff.
Als erstes umrunden wir das Schiff um uns einen Überblick zu verschaffen. Die Corvette ist 82 Meter lang und steht heute auf einem Betonsockel. Die Breite beträgt 10,36 Meter und der Tiefgang betrug 3,14 Meter. Es hat eine Wasserverdrängung von 1400 Tonnen und hatte 137 Mann Besatzung an Bord. Angetrieben wurde das Schiff von zwei Hubkolben-Dampfmaschinen mit 2500 PS (1.864 kW) Mit dieser Power erreichte es 17 Knoten, das entspricht 31 Km pro Stunde. Seine Operationsreichweite betrug 16.000 Seemeilen. Schnittig und wohl proportioniert wirkt der schlanke Rumpf auf den Betrachter. Am Bug prangt der Garuda als Zeichen der Thailändischen Regierung.
Heute liegen die beiden wuchtigen Anker mit den mächtigen Kettengliedern auf dem Trockenen und bilden vom Bug her ein schönes Fotomotiv. Man sieht durch den Vergleich zu meiner Begleiterin die wahre Größe der Anker.
Am Heck liegen die beiden demontierten Bronze – Schiffsschrauben, die für mich im Vergleich zum Schiff recht klein erscheinen.
Das Bootsdeck der HTMS Mae Klong
Auf der Steuerbordseite, wie die in Fahrtrichtung rechte Schiffsseite bezeichnet wird und eine grüne Positionslampe führt, ist in der Mitte der Niedergang für Besucher geöffnet. Nach den wenigen Stufen wende ich mich gleich nach rechts, um das Vorderschiff und den Bug zu erreichen. An manchen Durchgängen ist es ziemlich eng zur Reling und ich komme mit meinem Fotorucksack gerade mal so durch.
Auf dem Vorderdeck stehen zwei der vier großen Geschütze. Es sind 120 mm Kanonen, die als Bewaffnung die Hauptkampfkraft darstellten.
Das innere der HTMS Mae Klong
Schauen wir uns etwas im Innenraum um. Luxuriös ist anders. Die Kojen sind schmal und bieten zweit Matrosen bescheidene Platzverhältnisse. Einfache Holzbetten laden nicht gerade zum erholsamen Schlaf ein. In der damaligen Zeit war die Fahrt auf einem Kriegsschiff kein Zuckerschlecken.
In der Kombüse, der Schiffsküche, zeigt sich ein ähnliches Bild. Wenig Platz, jedoch viel Platz zum Improvisieren. Auf so wenig Raum musste der Smutje, der Schiffskoch, mit seinen Gerichten die Mannschaft bei Laune halten. Deshalb ist auch der Smutje nach dem Kapitän der wichtigste Mann an Bord. Viele Meutereien sind durch schlechte mangelhafte Ernährung in der Geschichte der Seefahrt entstanden.
Im Mittelgang des Schiffes befindet sich ein Ölgemälde, das die HTMS Mae Klong mit ihrem Wasserflugzeug auf dem Meer in Aktion zeigt.
Der Funkraum
Es ist schon merkwürdig die alte historische Technik zu betrachten. Innerlich vergleicht man sie automatisch mit der, der heutigen Zeit. Für mich, der mit der Technik des Röhrenradios und des Schwarz-weiss-Fernsehers grossgeworden ist, gleicht dies einem Blick in die Jugend, in der noch nicht die kühle Technik der CPU’s und des Transistors die Menschen beherrschte.
Die Brücke
Möchte nicht jeder Junge mal Kapitän werden? Hier im Museumsschiff kann man sich richtig in diese Rolle versetzen. Auch hier die Vorkriegstechnik, die aber auch bis 1995 teilweise erneuert wurde.
Das Achterdeck
Voll mit Waffen ist das Achterdeck, also das hintere Deck der HTMS Mae Klong bestückt. Hier befinden sich die Seeminen, die über ein Schienensysthem über das Heck ins Meer geworfen wurden. Vier Torpedorohre, backbord und steuerbord jeweils zwei 18 Zoll Rohre, dienten zum aktiven Angriff auf andere Schiffe. 4 Minenwerfer dienten zur Abwehr von U-Booten. Weitere Bewaffnung waren noch zwei 20 mm Geschütze und zur Aufklärung ein Wasserflugzeug.
Das große Denkmal seiner Majestät König Rama V.
Vor dem Denkmal befindet sich der König Narayana-Schrein. Dort solltet Ihr dem König Respekt zollen und einige Räucherstäbchen abbrennen.
Nach dem Schrein erblickt man das grosse Denkmal zu Ehren von Rama V. Es wurde 1993 erbaut. Der Monarch ist in seiner Marineuniform eines Kommandanten mit erhobenem Schwert dargestellt und symbolisiert die Stärke des damaligen Siams. Im Sockel der Statue befindet sich ein Museum mit Ausstellungsstücken, die an den Konflikt mit Frankreich erinnern sollen. Leider war es bei meinem Besuch verschlossen.
Phra Chulachom Klao Fort
Das Fort wurde von seiner Majestät Rama II. als eines von sechs weiteren als Schutz erbaut. König Rama V. befand, dass die bestehenden Forts zu alt und somit ungeeignet seien vor den Europäischen Kolonialmächten zu schützen. So liess seine Majestät König Rama V. diese große Befestigungsanlage im Delta des Mae Nam Chao Phraya restaurieren und ausbauen. 1893 wehrten hier die Soldaten seiner Majestät die Truppen der Engländer und der Franzosen im Französisch-Siamesischen Krieg erfolgreich ab. Trotzdem verlor Siam große Teile des heutigen Laos an die Franzosen, die dann dort als Kolonialmacht herrschten.
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Mit der Maus kann man durch das Panorama gleiten!
Das Fort ist nach westlichem Stil renoviert worden. Die Flure sind klein gehalten und schmal. Die Deckenhöhe beträgt zirka zwei Meter und ist zur Stabilisierung gewölbt. In den zahlreichen Nebenräumen wurden die notwendigen Kriegsmaterialien, also Munition und Notwendiges zur Erhaltung der Feuerkraft gelagert. Es gibt keine Lüftungsschlitze in den Gängen und so kann man es sich gut vorstellen wie es dort im Kampf ausgesehen haben muß. Dunkel, stickig und beängstigend. Einmal ist das Fort überflutet gewesen. Das Wasser stand 30 bis 40 cm hoch. Davon zeugen noch die Wasserstandslinien an den Wänden.
Die Geschütze im Fort
Im Phra Chulachom Klao Fort befinden sich noch heute sieben Armstrong-Geschütze. Das letzte Mal feuerten diese Geschütze 1995 sieben Schüsse Salut zum 105 jährigen Jubiläum. Hergestellt wurden die Kanonen in den Fabriken des englischen 1. Baron William Amstrong. Das Kaliber beträgt 152 mm und die Rohrlänge entsprich mit 4864 mm genau dem 32 fachen des Kalibers. Das Gewicht einer Kanone beträgt 5 Tonnen. Wer sich beim Anblick dieser kolossalen Geschütze fragt, wohin sie denn schiessen sollten da sie momentan ja auf die Wand zielen. Die ganze Kanone konnte auf dem Drehkranz gedreht werden und zum Abschuss von der Hydropneumatik angehoben und dann nach dem Schuss vom Rückstoß auf ihre Basis abgesenkt werden. Als Bedienung wurden 10 Mann gebraucht. Drei Männer waren für den Ladevorgang zuständig und sieben bedienten die Geschützausrichtung. Man nennt diese Geschütze auch Puen Sua Morb, was übersetzt etwa hockende Tigerkanone heisst. Im Wandbereich sieht man die Verfärbung der Überschwemmung.
Das Freilichtmuseum im Fort Phra Chulachom Klao
Gegenüber dem Monument des Königs befindet sich der Naval History Park im Fort Phra Chulachom Klao. Auf der weiträumigen Fläche werden Geschütze des Krieges ausgestellt. Für Nautik- und Militaria Fans eine wahre Fundgrube.
Eine Besonderheit ist die Verkleidung des U-Boots Matchanu. Thailand hatte vier U-Boote, die in Japan gebaut wurden. Alle wurden nach der Ausserdienstellung verschrottet und so ist diese Turmverkleidung das einzige Zeugnis der U-Boot-Flotte der Königlich Thailändischen Marine.
weitere Informationen zur U-Boot Flotte und der Matchanu-Klasse hier auf englisch:
Infos zur U-Boot der Matchanu-Klasse
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